November 2008


Wärend an der FHW der Gedanke an Online Prüfungen oder sogenannte E-Klausuren noch Zukunftsmusik ist, sind diese an der Uni Mainz schon Realität. Im Sommer diesen Jahres wurde dort die 25.000. E-Klausur geschrieben.

Nun ist 25.000 eine beachtliche Anzahl und so ist anzunehmen, dass die Uni Mainz einige Erfahrungen mit der Akzeptanz dieses Prüfungstyps gesammelt hat. Tatsächlich scheint die Mehrheit der Mainzer Studenten diese Prüfungsform bereitwillig zu akzeptieren, bietet sie doch unter anderem den Vorteil, dass alle wirklich gleich behandelt werden, denn der Computer wertet per Algorithmus aus. Außerdem erfährt man das Ergebnis sofort. Ein besonderes Plus für die Studenten, für die das Warten auf ein Ergebnis zur Folter wird.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es allerdings einige wenige Beschwerden von Studenten, welche die Uni Mainz aufgrund sorgfältiger Protokollierung der Prüfungen aber alle entkräften konnte.

Bleibt also das Fazit, dass E-Klausuren durchaus Arbeitsaufwand sparen können, in der Korrektur. Allerdings erfordern sie an anderer Stelle große Sorgfalt, denn die juristisch korrekte Ausführung dieser Prüfungen will genau überwacht und protokolliert sein. Auch darf nicht vergessen werden, dass die Prüfungen erzeugt werden müssen, bevor geprüft werden kann. Alles in allem dürfte allerdings immer noch ein großes Plus an gespartem Arbeitsaufwand unterm Strich stehen.

Seit Anfang des Wintersemesters 2008 bieten wir erstmals Podcasts (Mediendateien über das Internet) an. Mit zwei Podcasts stehen wir derzeit noch am Anfang, jedoch wird sich im Laufe der Zeit mehr und mehr ansammeln, welche wir dann auf dem eLerner veröffentlichen.
Derzeit möchten wir Ihnen zwei Podcasts zum aktuellen Thema der Finanzkrise vorstellen.

Das Thema des ersten Podcasts ist:
Podiumsdiskussion “Die Finanzmärkte vor dem Kollaps – Ende einer Ära?

Dieser wurde am 26. Juni 2008 aufgenommen und handelt über Ursachen und soziale Folgen der Finanzmarktkrisen. Hier die Liste der Diskussionsteilnehmer:

  • Trevor Evans, Professor für Volkswirtschaftslehre, FHW Berlin
  • Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
  • Harald Schumann, Redakteur beim Tagesspiegel Berlin, Mitautor des Buches „Der globale Countdown“ (2008)
  • Rudi Schmidt, Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Diskussionsleitung: Dorothea Schmidt Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, FHW Berlin

Download des Podcasts:

Am 16. Oktober 2008 folgte das nächste Podium über die Finzanzkrise, welche derzeit in der Welt herrscht. Dabei wurde das Podium in zwei Teile unterschieden. In dem ersten Teil Die Finanzmarktkrise im Licht der Fachdisziplinen – Kurzanalysen und Thesen von FHW-Professoren hatten die FHW-Professoren jeweils 5 Minuten Zeit, um Ihren Standpunkt und Überlegungen den Zuhörern(Innen) darzubieten.  Am Ende dieses Podiums hatten dann die Zuhörer(Innen) die Chance selbst Fragen an die Professoren zu stellen, welche dann Rede und Antwort standen.
Hier nun die Liste der Podiumsprofessoren:

  • Trevor Evans (Ökonomie)
  • Thomas Gruber (Rechnungswesen)
  • Torsten Tristan Straub (Internationales Wirtschaftsrecht)
  • André Tomfort (Finanzmanagement)
  • Sighard Wilhelm (Bilanzsteuerrecht)
  • Thomas Wolke (Kapitalmärkte)

Der zweiten Podiumsteil Der Staat als Retter versagender Märkte? beginnt mit der Stellungnahme des ersten Redner, Hansjörg Herr, welcher Experte in dem Gebiet Supranationale Wirtschaftsintegration ist. Nach Herrn Herr folgte nun der Verterter der Bundesbank Albrecht Sommer, welcher sich allgemein zu der Finanzkrise Aussicht der Bundesbank äussert. Heiner Ganßmann von der FU Berlin folgte Herrn Sommer und  dann Stephan Schilling von attac.

  • Heiner Ganßmann (Professor für Soziologie, Freie Universität Berlin)
  • Hansjörg Herr (FHW, Schwerpunkt Supranationale Wirtschaftsintegration)
  • Stephan Schilling (Mitglied im Koordinationskreis von attac)
  • Dr. Albrecht Sommer (Stab des Präsidenten der Bundesbank-Hauptverwaltung Berlin)

Zu diesem Podium gibt es insgesamt zwei Podcasts. Zum Downloaden einfach auf den Link klicken.

Der Titel stammt aus einem Musikstück. Die Älteren unter uns kennen vielleicht noch das Lied von “Ton-Steine-Scherben” – hört sich heute anders an als damals.

Aufgefordert, hier einen kleinen Beitrag über meine ersten Blog-Erfahrungen zu schreiben, fiel mir der Liedanfang wieder ein. Ausgestattet mit einer ersten Idee, aber Null-Ahnung wie das technisch geht, haben wir meinen ersten Blog produziert, “Executive Pay & Managervergütung”. Mit “wir” meine ich meine Mitstreiter der FHW, heute noch hier oder bereits an anderem Ort. Ohne sie hätte ich das niemals hinbekommen. Es hat Spaß gemacht, nur wenige Stunden gedauert und ich habe viel gelernt. William Butler Yeats, ein irischer Poet (1865-1939) hat einmal gesagt: Education is not filling a bucket but lightening a fire.”  So war es: Ich bin begeistert!

Hans-Erich Müller

Seit ein paar Jahren unterrichte ich Online-Kurse für eine argentinische Agentur. Unsere Kursteilnehmer wollen sich zu Online-Tutoren weiterbilden lassen oder haben einfach ein besonderes Interesse daran, sich näher mit der eLearning-Technologie, dem Design von Kursmaterialien oder den didaktischen Methoden in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Sie arbeiten in größeren oder kleineren Betrieben und Agenturen, in Schulen, Universitäten oder Behörden und einige studieren noch. Ungefähr 50% von ihnen wohnen im Großraum Buenos Aires, etwa 25% im restlichen Argentinien und 25% in anderen lateinamerikanischen Ländern oder Spanien.

Die technischen und fachlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer variieren stark. Es herrscht aber immer eine herzliche und ambitionierte Stimmung in den Gruppen, wobei es zwischen den Gruppen je nach konkreter Zusammensetzung und Stimmung der Teilnehmer spürbare Unterschiede gibt. Die Teilnehmer freuen sich, über große Entfernungen hinweg an Diskussionen teilnehmen zu können, neue Themenwelten und Menschen kennenzulernen und mit diesen gemeinsame Erfahrungen zu machen.

In diesem Jahr haben wir angefangen, Second Life in einige Kurse einzubeziehen – sowohl als Lerngegenstand als auch als Unterrichtsmedium. Wir vermitteln den Studenten in diesem Kontext, was MUVEs (Multi-User Virtual Environments) überhaupt sind und welchen Wert sie für Online-Lernen haben können. Wir unterstützen ihren Prozess der Schaffung eines ersten Avatars in Second Life und helfen ihnen zu lernen, sich durch die virtuelle Welt zu bewegen, zu kommunizieren und verschiedene Orte zu erkunden. Außerdem nutzen wir Sloodle, ein System, welches es den Teilnehmern erlaubt, direkt aus Second Life heraus auf die didaktischen Werkzeuge der Lernplattform Moodle zuzugreifen.

Die Lerner probieren den Sloodle Quiz Chair aus

Die Lerner probieren den Sloodle Quiz Chair aus

Unsere bisherigen Erfahrungen mit Second Life sind heterogen. Positiv erleben wir die durchgängige Neugierde und Offenheit der Teilnehmer. Schwierigkeiten ergeben sich aufgrund der Variation der Vorkenntnisse sowie der Unterschieden in den technischen Voraussetzungen. Beispielsweise fühlen sich einige Teilnehmer, denen bereits das “normale” Internet und die ständige Flut von neuen Web-Diensten und Begriffen Probleme bereiten und die noch kein Computerspiel gespielt haben, sehr unsicher. Das Erlernen der neuen Form der Navigation und Kommunikation in Second Life ist für diese Teilnehmer eher stark gewöhnungsbedürftig. Obwohl Second Life eigentlich dem realen Leben näher erscheinen sollte als die geläufige hypertext-, bild- und videobasierte Kommunikationsform des Internets, erfordert es von den Kursteilnehmern häufig ein radikales Umdenken, was einigen leicht, aber anderen weniger leicht fällt.

Gleichzeitig lösen die ersten Schritte in dieser neuen Welt bei fast allen, die den Eintritt geschafft haben, positive und überraschende Erlebnisse aus, besonders das erste Treffen mit anderen Kursteilnehmern in selbiger. Zum Beispiel, dass ein Mitstudent, bislang nur von einem Foto und mit Namen im Forum oder Chat der Lernplattform bekannt, plötzlich als Avatar vor einem steht, mit einem spricht, gemeinsam mit einem fliegt, Aufgaben in bestimmten Simulationen löst oder neben einem im Auditorium Platz nimmt. All dies macht Spass und verstärkt die Lernmotivation.

Diese Erfahrungen machen uns neugierig, wie sich diese Art des Lernens weiterentwickelt: Wir sind auf der Suche nach Lösungen, die die beobachteten Schwierigkeiten reduzieren. Und wir wollen Second Life mehr und mehr als didaktisches Werkzeug in unsere Kurse integrieren. Demnächst auch auf Aya’s Rock.

- jörn schultz (aka juanito schwarz)